Terrorismus & Sicherheit

Liebe Jugendredakteure,

 

der internationale Terrorismus hat sich mit den AnschlĂ€gen des 11. September 2001 zu einer weltweiten Bedrohung entwickelt. Terroristische Verbrechen in Deutschland zu verhindern, ist deshalb eine erstrangige Aufgabe unserer Sicherheitsbehörden. Die Bundesregierung hat die Sicherheitsstrukturen unseres Landes mit umfangreichen gesetzlichen und administrativen Maßnahmen gezielt verbessert und die internationale Zusammenarbeit bei der TerrorismusbekĂ€mpfung erfolgreich ausgebaut. Nur gemeinsam mit unseren Partnern können wir die Netzwerke des internationalen Terrorismus zerstören und nur dann, wenn wir den Informationsaustausch vertiefen und gemeinsame Konzepte zur Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden entwickeln, werden wir den drohenden Gefahren gerecht. Dazu gehören die strikten Sicherheitsvorbereitungen der Bundesregierung fĂŒr die Fußball-WM 2006. Sie sind Garant dafĂŒr, dass die Fußball WM 2006 in sportlich fairer, friedlicher AtmosphĂ€re stattfindet und sich Zuschauer und GĂ€ste in Deutschland getreu dem Motto der WM 2006 »Die Welt zu Gast bei Freunden« wohl fĂŒhlen.

 

Otto Schily

Bundesminister des Innern

Was ist Terrorismus?

Die AnschlĂ€ge vom 11. September fĂŒhrten jedem von uns den Terrorismus als tĂ€gliche Bedrohung vor Augen. Zwar gibt es Terrororganisationen wie die ETA in Spanien, die RAF in Deutschland, die IRA in Nordirland seit Jahrzehn-ten, doch gewann der Terrorismus mit den Angriffen auf das World Trade Center eine neue QualitĂ€t. Kleine, gut organisierte Gruppen von SelbstmordattentĂ€tern haben es darauf abgesehen, so viele Menschen wie möglich zu töten.

 

Lange Zeit glaubte man dem Terrorismus mit militĂ€rischen Mitteln begegnen zu können. So reagierte man zunĂ€chst in Irland und auch in Spanien. Nicht ĂŒberraschend, wurde »Krieg gegen den Terrorismus« zum Schlagwort fĂŒr alle Gegenmaßnahmen nach dem 11. September. Doch den modernen Terrorismus, wie er sich in New York, Madrid, Istanbul, Bali oder Moskau zeigt, kann man nicht mit Armeen bekĂ€mpfen. Die »Soldaten« des Feindes tragen keine Uniformen. Die Kommandozellen sind klein, sind Experten im Verstecken und beherrschen allermodernste Kommunikationstechniken. Dieser »Feind« ist die neue Bedrohung unserer demokratischen Freiheit.

 

Moderner Terrorismus ist nicht nur bösartig, sondern kaum vorhersehbar. AnschlĂ€ge können ĂŒberall passieren, ohne Vorwarnung. ETA oder IRA haben wenigstens noch die Polizei informiert, wo sie ihre Bomben versteckt haben. Dies verschonte viele Menschenleben. Die AttentĂ€ter von New York oder Madrid wĂŒrden solche Warnungen aber eher als Verrat ansehen. Sie wollen keine Leben schonen, sondern so viele Zivilisten wie möglich töten. Warum?

  • Zivilisten sind wehrlos und ein leichtes Ziel
  • Es erscheinen große Zeitungsartikel, wenn Zivilisten sterben. Diese MedienprĂ€senz ist Ziel der Terroristen.
  • Regierungen geben Forderungen von Terroristen eher nach, wenn Zivilisten bedroht sind oder sterben.

Was habe ich damit zu tun?

Terrorismus ist nicht nur ein Thema fĂŒr Behörden und die Regierung. Denn nicht RegierungsgebĂ€ude und Politiker sind das Hauptziel der AnschlĂ€ge, sondern KrankenhĂ€user, Bahnhöfe, Theater, Diskotheken und selbst Schulen. Wer könnte die Tragödie von Beslan vergessen?

 

Und gerade weil dies so ist, darf man die Verantwortung nicht an die eigene Regierung abschieben. Alle Regierungen in Europa arbeiten hart daran, ihren BĂŒrger ein Leben in Frieden und Freiheit zu ermöglichen. DafĂŒr können neue Gesetze notwendig werden, aber auch die konsequentere Anwendung bestehender Regelungen

 

Die EuropĂ€ische Union hat einige Initiativen angeregt, die fĂŒr eine bessere grenzĂŒberschreitende Zusammenarbeit sorgen sollen. Das ist wichtig in einer Situation, in der Terrorzellen sich unbemerkt von einem ins andere Land bewegen, ohne dabei von Staatsgrenzen aufgehalten zu werden. Unsere Gesetze und Polizei können sich nicht so frei bewegen, denn ihre Verantwortung endet an der Staatsgrenze. Das ist ein großer Nachteil der Demokratien in Europa, den Terroristen zu ihrem Vorteil nutzen.

 

Regierungen und Sicherheitsbehörden können alleine nicht mit dem Terrorismus fertig werden. Sie brauchen die UnterstĂŒtzung der BĂŒrger. Wenn man mit dem Zug oder Flugzeug reist, hört man Hinweise, dass man auf verlassene GepĂ€ckstĂŒcke achten soll. NatĂŒrlich sollte man keine GepĂ€ckstĂŒcke fĂŒr fremde Leute mitnehmen, denn man weiß nie, was sich in diesen befindet. Die Bomben, die in Madrid gelegt wurden, waren in Sporttaschen verpackt und wurden im Berufsverkehr im Zug deponiert. Niemand hat es gemerkt. HĂ€ttest du es gemerkt, wenn du mit diesem Zug gefahren wĂ€rst?

Sicherheit in meiner Schule?

Ein StĂŒck mehr Sicherheit zu gewinnen, ist gar nicht so schwer. Denk an ganz praktische Dinge. Beispiel: In Frankreich wurden öffentliche MĂŒlleimer auf Straßen und in Einkaufszentren durch durchsichtige PlastikbehĂ€lter ersetzt. So kann niemand in diesen eine Bombe verstecken.

 

Oder denk an MitschĂŒler, die aus anderen Kulturkreisen stammen, anderen Religionen angehören oder Probleme mit der deutschen Sprache haben. Wie kannst du ihnen helfen und so dazu beitragen, dass eine bessere Integration stattfindet? Was kannst du tun? Was sollten sie tun?

 

Warum das wichtig ist? Viele Experten glauben, dass mangelnde Integration zu Unzufriedenheit und möglicherweise sogar zu KriminalitĂ€t fĂŒhren kann. Und von der KriminalitĂ€t zum Terrorismus ist nur ein kleiner Schritt. Aktuelle Studien zeigen, dass alle Terroristen, die nach den AnschlĂ€gen von Madrid festgenommen wurden, vorher Straftaten wie PassfĂ€lschung, Bankraub oder Drogenschmuggel begangen haben. HĂ€tten strengere Gesetze die AnschlĂ€ge verhindern können?

 

Wenn du der Innenminister oder der Bundeskanzler wĂ€rst, was wĂŒrdest du tun, um die Sicherheit in Deutschland zu verbessern? Oder was sollte an Deiner Schule anders gemacht werden? Du kannst zu mehr Sicherheit beitragen indem Du aktiv wirst. Zum Beispiel, in dem Du einen Artikel zum Thema in deiner SchĂŒlerzeitung veröffentlichst und zur Diskussion anregst. Ob du ein Interview mit dem Innenminister machst, am nĂ€chsten Flughafen eine Umfrage startest oder einen Kommentar mit deiner persönlichen Meinung zu biometrischen Daten in PĂ€ssen schreibst, ist deine eigene Wahl. Wir sind gespannt.

Kontakte fĂŒr die weitere Recherche

Junge Presse NRW e.V.

www.junge-presse.de

 

European Security Advocacy Group Foundation

www.esag.info

 

Sicherheitspolitik der EuropÀischen Union

www.iss-eu.org/solana/solanade.pdf

 

Bundesministerium des Inneren

www.bmi.bund.de

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