Barrierefreiheit auch im Kopf

Wir wollen in einer Gesellschaft leben, in der alle gleichberechtigt daran arbeiten, ihre Visionen und Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Und obwohl an vielen Stellen tatkräftig daran gearbeitet wird, Menschen mit Behinderungen einen gleichberechtigen Platz im Leben zu verschaffen, gibt es immer noch viele Stellen, an denen genau das am Geld, am Wissen oder am guten Willen scheitert.

 

Auch in vielen Schulen und in den Online-Angeboten von Sch√ľlerzeitungen bleibt die Barrierefreiheit ein Fremdwort. Zwar k√∂nnen nicht von heute auf morgen alle Treppen durch Aufz√ľge ersetzt und jede Ampel mit einem akustischen Signal versehen werden. Dennoch sollten wir jede M√∂glichkeit nutzen, Menschen mit k√∂rperlichen und geistigen Einschr√§nkungen das Leben so einfach wie m√∂glich zu machen. An manchen Stellen ist das ganz einfach.

 

Viele Internetseiten lassen sich in wenigen Stunden so bearbeiten, dass sie zum Beispiel auch f√ľr Blinde nutzbar sind. An anderen Stellen hilft eine Ausschilderung oder ein kleiner technischer Umbau. Doch Barrieren gibt es nicht nur in Stein und Stahl. Auch in vielen K√∂pfen muss an der Barrierefreiheit gearbeitet werden. Mit einem Bericht √ľber das Thema in Eurer Zeitung k√∂nnt Ihr dazu beitragen. Eure Recherche ist auch eine gute Anregung, um das Thema im Unterricht aufzugreifen.

Behinderte in Deutschland

Unter einer Behinderung versteht man eine individuelle Beeinträchtigung eines Menschen. Unterschieden wird zwischen körperlicher Behinderung, Sinnesbehinderung, Sprachbehinderung, Lernbehinderung, seelischer Behinderung und geistiger Behinderung.

 

Die Folgen sind unabh√§ngig davon, ob es sich um eine angeborene Behinderung handelt oder um eine sp√§ter erworbene, zum Beispiel durch Unf√§lle, Krankheiten oder Alter. Insgesamt leben in Deutschland fast sieben Millionen Behinderte. Der gr√∂√üte Teil von diesen sind Menschen √ľber 65 Jahre.

 

Doch auch unter 25 Jahren ist jeder Drei√üigste behindert. In dieser Statistik erfasst sind nur Menschen, die den rechtlichen Status ¬ĽSchwerbehindert¬ę erworben haben und bei denen ein Behinderungsgrad √ľber 50 Prozent festgestellt wurde. Rechnet man alle nicht erfassten Behinderungen hinzu, kann man davon ausgehen, dass jeder zehnte Deutsche behindert und damit im Alltag eingeschr√§nkt ist.

 

Um so wichtiger ist es zu √ľberlegen, wie man diesen Menschen den Alltag erleichtern kann und wie die Integration weiter vorangebracht werden kann. Neben der Akzeptanz in der Gesellschaft ist die Barrierefreiheit ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Dazu k√∂nnen wir alle beitragen.

Barrierefreiheit - Was ist das?

Barrierefreiheit bedeutet Gegenstände, Gebäude und Medien so zu gestalten, dass sie von jedem Menschen genutzt werden können, unabhängig von einer eventuell vorhandenen Behinderung. Schon in den letzten Jahren ist das Thema immer wichtiger geworden, denn neben Behinderten profitieren auch alte Menschen von der Barrierefreiheit.

 

In einer immer √§lter werdenden Gesellschaft profitieren also automatisch immer mehr Menschen davon, wenn sich die Barrierefreiheit durchsetzt. Da die unterschiedlichen Einschr√§nkungen ganz verschiedene Anpassungen der verschiedenen Lebensbereiche notwendig machen, halten viele vollst√§ndige Barrierefreiheit f√ľr ein anzustrebendes, aber nicht erreichbares Ideal.

 

Die wichtigsten Bereiche, in denen Barrierefreiheit angestrebt wird, sind der Bau und Umbau von Geb√§uden, das Internet und der kulturelle Bereich. So stellen Treppen f√ľr Rollstuhlfahrer un√ľberwindbare Hindernisse dar. Kleine Schriftarten und fehlender Kontrast im Internet hindern Sehbehinderte an der Nutzung der Website. Und auch klassische B√ľcher sind f√ľr Menschen mit eingeschr√§nkter Sehf√§higkeit nicht verwendbar. Aufz√ľge, barrierefrei programmierte Seiten oder auch H√∂rb√ľcher helfen diese Probleme zu √ľberwinden. Alle diese Ma√ünahmen dienen dazu, die Folgen der Behinderung auszugleichen und so Barrieren abzubauen.

Barrierefreiheit in der Schule

Schulhomepage und Onlinezeitung

Auf einfache Weise wird Eure Homepage barrierefrei. Sehbehinderte lassen sich Internetseiten von einer speziellen Software vorlesen. Die scheitert nicht nur an Frames, sondern auch an Bildern ohne alternative Textbeschreibung. Deshalb ist es wichtig jedes Bild mit einem erkl√§renden Text zu versehen. Wer schlecht sieht, aber keine Hilfsmittel einsetzt, freut sich √ľber variabel einstellbare Schriftgr√∂√üen und klare Kontraste. Auch in den Meta-Informationen der Seite kannst Du einiges tun. Tastatur-Kurzbefehle zur Navigation (Access-Keys), eine festgelegte Tab-Reihenfolge und eine Definition der Sprache im Quelltext helfen dabei, die Seite f√ľr Menschen mit Behinderungen aufzubereiten und sie zug√§nglich zu machen.

 

Berichterstattung √ľber das Thema

Durch einen Bericht √ľber das Thema in Deiner Sch√ľlerzeitung kannst Du dazu beitragen, die Integration von Menschen mit Behinderungen zu f√∂rdern. Die Ans√§tze f√ľr Deine Artikel sind vielf√§ltig. Berichtest Du allgemein √ľber die Integration Behinderter? Stellst Du einzelne Personen vor und beschreibst, wie sie mit ihrer Behinderung leben? Oder findest Du offene und versteckte Barrieren an Deiner Schule und machst Vorschl√§ge, wie diese √ľberwunden werden k√∂nnen? Wir sind gespannt auf Deine Texte √ľber Barrierefreiheit.

Kontakte f√ľr die weitere Recherche

Aktion Mensch - Deutschlands gr√∂√üte Sozialaktion

http://presse.aktion-mensch.de

 

Ratgeber f√ľr Menschen mit Behinderungen

www.familienratgeber.de

 

Initiative f√ľr barrierefreies Internet

www.einfach-fuer-alle.de

 

Test: Ist Ihre Website barrierefrei?

www.barrierefinder.de

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