Mobbing - Was steckt dahinter?

Noch vor wenigen Jahren war der Begriff »Mobbing« in Deutschland völlig unbekannt. Streit in der Schule und Ärger am Arbeitsplatz galten als Privatsache. Heute geht man anders mit dem Thema um und hat Mobbing als eine besondere Form der Gewalt identifiziert. Doch was steckt genau dahinter?

 

Man spricht immer dann von Mobbing, wenn ein verbal oder körperlich unterlegener Schüler wiederholt und über eine längere Zeit negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer ausgesetzt ist. Darunter fallen:

  • UnterdrĂĽckung von Meinungen
  • Angriffe auf soziale Beziehungen
  • Angriffe auf Ansehen und Image
  • Angriffe auf die Gesundheit

Als Mobbing gelten sowohl verbale als auch körperliche Angriffe und Drohungen. Als indirektes Mobbing gilt, wenn in Abwesenheit des Betroffenen über diesen Gerüchte verbreitet werden oder jemand aus der Gruppe ausgegrenzt wird. Sowohl Jungen als auch Mädchen kommen als Täter in Frage. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen mobben Jungen eher direkt, Mädchen eher indirekt. In letzer Zeit werden verstärkt Handys und das Internet als Mobbing-Mittel genutzt. Brutale oder peinliche Videos kommen genauso zum Einsatz wie Drohungen per E-Mail oder in Web 2.0–Portalen.

Angst in der Schule

Angst ist genau wie Freude eine ganz normale Emotion. In dieser Form ist Angst nützlich, denn sie hält uns nicht nur davon ab, unnötige Risiken einzugehen, sondern bringt uns zum Beispiel vor Klausuren dazu zu lernen, um keine schlechte Note zu bekommen. Ein schnellerer Atem, ein höherer Puls und erhöhte Aufmerksamkeit sind die ersten Folgen der Angst.

 

Eine Studie an deutschen Schulen zeigt, dass 35 Prozent aller Schüler zumindest gelegentlich Angst vor ihren Mitschülern haben, 20 Prozent fürchten schlechte Noten und 10 Prozent ihre Lehrer. Um diese Ängste richtig zu bewerten, muss man wissen, ob die Angst rational berechtigt ist. Droht ein Mitschüler ernsthaft mit Schlägen, ist es vollkommen normal Angst zu haben. Da man der Konfrontation kaum aus dem Weg gehen kann, ist Hilfesuchen angesagt. Im Gespräch mit Freunden, aber auch mit dem Vertrauenslehrer und der Schulleitung kann man Verbündete suchen.

 

Anders sieht es aus, wenn die Angst übersteigert und irrational ist. Wer von einer Angststörung betroffen ist, läuft Gefahr, sein Leben immer weniger im Griff zu haben und zum Außenseiter zu werden. Es kann sogar passieren, dass sich die Angst auf ganz andere Lebensbereiche überträgt. Mit Hilfe von Ratgebern oder begleitet von einem Coach kann man in kurzer Zeit Wege aus der Angst finden.

Ein Teufelskreis

Mobbing kommt meist dort vor, wo Menschen unfreiwillig aufeinander treffen und sich deshalb nicht aus dem Weg gehen können. Schulen und Büros sind deshalb Orte, an denen besonders häufig gemobbt wird. Erste Anzeichen für Mobbing in einer Klasse sind ein rauer Umgangston und die Bereitschaft, andere bei jeder sich bietenden Gelegenheit niederzumachen.

 

Oft haben sich starke und gegeneinander deutlich abgegrenzte Cliquen gebildet. Da sich aus Angst vor Blamage nur noch wenige Schüler trauen im Unterricht etwas zu sagen, sinkt häufig das Leistungsniveau. Meist beginnt der Teufelskreis des Mobbings mit einer Phase, in der die Täter durch Attacken gegen viele unterschiedliche Mitschüler nach geeigneten Opfern suchen. Ist das Opfer gefunden worden, versuchen die Täter die sozialen Normen der Klasse zu testen. Gelingt diese Verschiebung, werden die Attacken aggressiver, das Opfer wird isoliert.

 

Häufig gibt der Gemobbte sich die Schuld und ent­wickelt nicht nur vor den Tätern Angst, sondern auch vor den passiven Mitschülern und der Schule im Allgemeinen. Diese Angst sorgt dafür, dass der Betroffene sich weiter verschließt, von außen als »seltsam« wahrgenommen wird und so immer weiter in die Opferrolle rutscht. Schnell entwickeln sich so soziale Ängste, zum Beispiel vor Referaten oder dem Gespräch mit Mitschülern, oder eine allgemeine Angststörung.

Wie Du helfen kannst

Mobbing und Angst in der Schule sind Themen, die oft verschwiegen werden. Aus Angst selbst hineingezogen zu werden und auch, weil es für das Image der Schule nicht gut ist, sprechen nur wenige engagierte Lehrer und Mitschüler das Thema an. So gewinnen die Betroffenen den Eindruck, dass sich niemand für ihre Situation interes­siert und resignieren.

 

Aktiv werden kann nicht nur die Schulleitung, die Lehrer sensibilisieren und jeden Fall von Gewalt an der Schule mit allen Mitteln aufklären sollte, sondern auch die Schülerzeitung und die SV. Alle haben die Möglichkeit, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen und klar Stellung zu beziehen. Mitschüler, die nicht wegsehen, Lehrer, die eingreifen und Tätern klare Grenzen setzen, und ein Schulklima, das die scheinbar unbeteiligten Zuschauer an der Problemlösung beteiligt, sind die Grundlage für eine Schule ohne Mobbing.

 

Studien haben gezeigt, dass ein frühes Eingreifen für alle Beteiligten die beste Lösung ist. Je später Mitschüler und Lehrer die Situation erkennen, umso schwieriger die Lösung. Da Mobbing alle angeht sind ein unauffälliges Täter-Opfer-Gespräch oder gar ein Schulwechsel des Gemobbten keine Lösungen. Vielmehr gehört das Thema »Wie gehen wir miteinander um« ganz nach oben auf die Tagesordnung jeder Schule und auch in die Schülerzeitung.

Kontakte fĂĽr die weitere Recherche

Starte eigene Projekte gegen Mobbing

www.dieGesellschafter.de

 

respect: Jugendinitiative der Aktion Mensch

www.respect.de

 

Linkliste zum Thema Mobbing

www.lehrer-online.de/linkliste-mobbing.php

 

Ein Blog rund um die Angst

www.angst-hase.de

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