DDR ÔÇô Die Fakten

Vier Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wurde auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone am 7. Oktober 1949 die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gegr├╝ndet. Im nach staatlichem Selbstverst├Ąndnis ersten sozialistischen Arbeiter- und Bauerstaat auf deutschem Boden lebten rund 17 Millionen Menschen. Bis zum Bau der Berliner Mauer 1961 flohen mehr als drei Millionen Menschen aus der DDR in den Westen. Da sich besonders junge und gut ausgebildete Menschen f├╝r die in der DDR strafbare ┬╗Republikflucht┬ź entschieden, wurde die Grenze durch Sperranlagen, Minen und die 3,6 Meter hohe Berliner Mauer gesichert.

 

Regiert wurde die DDR von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), der qua Verfassung stets die absolute Mehrheit garantiert war. Die SED ordnete alles unter und schaltete alle Medien und selbst die Blockparteien gleich. Missliebige Meinungen wurden mit Hilfe des 1950 etablierten Ministeriums f├╝r Staatssicherheit (STASI) unterdr├╝ckt. Im Zuge der Ostpolitik der bundesdeutschen Regierungen seit den 60er Jahren kam es zu einer vorsichtigen Ann├Ąherung beider Staaten, die 1973 die Aufnahme beider Staaten in die UNO erm├Âglichte. Nach dem wirtschaftlichen und politischen Scheitern der DDR und der friedlichen Revolution 1989 beschloss die im Jahr 1990 von den B├╝rgern der DDR erstmal frei gew├Ąhlte Volkskammer den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland zum 3. Oktober 1990.

Staat und Gesellschaft

Mittelpunkt der Gesellschaft war in der DDR der Gedanke des Kollektivs. Individualit├Ąt spielte hingehen keine Rolle. Basierend auf Antifaschismus als zentrales Element des nationalen Selbstbildes begann man mit der Gestaltung einer sozialistischen Gesellschaft nach sowjetischem Modell. Dabei entstehende erhebliche Defizite in Sachen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nahm man in Kauf.

 

So gab es keine unabh├Ąngige Justiz, keinen Wettbewerb zwischen politischen Parteien und keine Klagem├Âglichkeit gegen staatliche Entscheidungen. Da alle Medien im Besitz der SED waren, hatten die B├╝rger keine M├Âglichkeit sich aus unabh├Ąngigen Quellen ├╝ber die Situation zu informieren. Versuche die Allmacht der Partei zu unterlaufen wurden von der Geheimpolizei Stasi mit allen Mitteln unterbunden. Repression, Schauprozesse und Folter wurden fester Bestandteil des Lebens.

 

In vielen Bereichen verhielt die F├╝hrung der DDR sich widerspr├╝chlich. So gab es im angeblichen ┬╗Friedensstaat┬ź nicht nur Wehrkundeunterricht, sondern auch eine verpflichtende vormilit├Ąrische Ausbildung f├╝r alle Sch├╝ler. Wahlen dienten der Best├Ątigung einer von der SED gepr├╝ften Einheitsliste, die dann eine Zustimmung von unglaublichen 99,94 Prozent erreichte. Zugelassen zum Studium wurde in der DDR nur, wer eine positive Einstellung zum Marxismus-Leninismus hatte und

die SED unterst├╝tzte.

Die Wirtschaft der DDR

Die wirtschaftliche Situation der DDR war von Anfang an nicht einfach. Belastet durch hohe Reparationszahlungen und die Demontage von Fabriken nach dem Krieg entschied man sich f├╝r die Planwirtschaft. Unterst├╝tzt von einer Bodenreform und der Verstaatlichung der Gro├čindustrie sollten die Werkt├Ątigen genau die von der Staatsf├╝hrung vorgegebenen Waren produzieren und so f├╝r eine optimale Versorgung sorgen. Dass das nicht gelang, kann man schon daran festmachen, dass man auf eine Wohnung im Durchschnitt f├╝nf Jahre, einen Telefonanschluss zehn Jahre und ein Auto 15 Jahre warten musste.

 

Schlechte Planung und fehlende Anreize zu Innovation und Einsatz sorgten in vielen Bereichen f├╝r eine chronische Unterversorgung. Schlange stehen und Tauschhandel geh├Ârten deshalb f├╝r viele B├╝rger zum Alltag. Auf dem Niveau von 1936 festgeschriebene und nicht kostendeckende Mieten sorgten f├╝r einen Verfall der Bausubstanz. Subventionen f├╝hrten dazu, dass Brot als Futtermittel billiger war als die Erzeugnisse der volkseigenen Futtermittelindustrie. Zwar gab es offiziell trotz Renten an der Grenze des Existenzminimums keine Armut, doch eine um 2 bis 3 Jahre geringere Lebenserwartung und eine 40 Prozent h├Âhere Selbstmordrate zeigen, dass es den Menschen nicht gut ging. Im Jahr 1988 ging aus einem geheimen Gutachten des DDR-Politb├╝ros hervor: Allein ein Stopp der Neuverschuldung h├Ątte den Lebensstandard um weitere 25 bis 30 Prozent gesenkt.

Widerstand und Opposition

Aufgrund der schlechten Lebensbedingungen und der fehlenden Freiheit waren viele Menschen unzufrieden mit der DDR und ihrer politischen F├╝hrung. W├Ąhrend sich die Unzufriedenheit in den ersten Jahren durch Flucht in Form einer ┬╗Abstimmung mit den F├╝├čen┬ź ├Ąu├čerte, war dies nach dem Mauerbau nicht mehr m├Âglich. Allein an der Berliner Mauer sind mindestens 136 Todesf├Ąlle nachgewiesen.

 

Wichtiger Anlaufpunkt f├╝r Unzufriedene, Benachteiligte und Oppositionelle waren die Kirchen als einzige nicht gleichgeschaltete Institution. Hinter ihren T├╝ren galt die Macht der SED nur eingeschr├Ąnkt. Argw├Âhnisch be├Ąugt wurde das von der SED, die die Kirchen beobachten lie├č. Da die Kirchenmitgliedschaft sich nachteilig z.B. bei der Berufswahl auswirken konnte, sank der Anteil der Mitglieder in einer christlichen Kirche auf rund 25 Prozent der Bev├Âlkerung.

 

Am 17. Juni 1953 entwickelte sich ein Protest gegen die Erh├Âhung der Arbeitsnormen zuerst zum Generalstreik und dann zum Volksaufstand. Erst massiver Einsatz sowjetischer Panzer konnte die Demonstrationen gegen die SED-Herrschaft blutig beenden. Im Jahr 1989 f├╝hrte der Protest der B├╝rger schlie├člich zum Ende der DDR. Montagsdemonstrationen im Anschluss an Andachten in der Nicolai-Kirche in Leipzig waren erster Ausdruck des erfolgreichen Protests gegen die Diktatur.

Kontakte f├╝r die weitere Recherche

DDR: Mythos und Wirklichkeit

www.ddr-mythen.de

 

Konrad Adenauer Stiftung

www.kas.de

 

Bundesbeauftragte f├╝r die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes

www.www.bstu.bund.de

 

Bundesstiftung Aufarbeitung

www.stiftung-aufarbeitung.de

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