Die Idee: Sch├╝lerfirmen

Kurz vor dem erfolgreichen Abschluss der Schullaufbahn beginnen die meisten Sch├╝ler mit dem Schreiben von Bewerbungen. Doch nicht jeder m├Âchte bis zur Rente als Angestellter in einem Unternehmen arbeiten. Rund drei Millionen Erwerbst├Ątige arbeiten in Deutschland auf eigene Rechnung und nutzen die Chance ihre Ideen in Form von Produkten und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen. Als ihr eigener Chef genie├čen sie dabei weitaus mehr Gestaltungsm├Âglichkeiten als der durchschnittliche Angestellte. Wesentliche Voraussetzung f├╝r den Erfolg als Unternehmer ist nicht nur eine gute Idee, sondern vor allem unternehmerisches Denken.

 

Das ist nicht nur in der eigenen Firma gefragt, sondern wird inzwischen auch von Angestellten in F├╝hrungspositionen erwartet. Wer das n├Âtige Know-how nicht erst nach der Schulzeit gewinnen m├Âchte, hat mit Hilfe der Sch├╝lerfirmen des JUNIOR-Projekts die Chance, im Team eine Gesch├Ąftsidee auszuprobieren und nebenbei zu lernen, wie ein Unternehmen funktioniert. Wer selbst ausprobiert hat, wie man seine Firma finanziert, Produkte entwickelt, Kunden findet und (ehrenamtliche) Mitarbeiter motiviert, der ist bestens ger├╝stet f├╝r den Berufseinstieg. Angeboten wird das Programm von der IW JUNIOR gGmbH in K├Âln, einer Tochter des Instituts der deutschen Wirtschaft K├Âln. Das f├╝hrende private Wirtschaftsforschungsinstitut will Diskussionen ansto├čen und vertritt eine marktwirtschaftliche Position.

Das Junior-Projekt: Praktische Umsetzung

Wer bei JUNIOR mitmachen und ├╝ber ein Schuljahr neben der Schule unternehmerisch t├Ątig sein m├Âchte, muss mindestens acht Mitstreiter finden und sich mit diesen auf eine Gesch├Ąftsidee einigen. Angesprochen sind Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler ab der 9. Klasse an allen Schulen. Zu Projektbeginn verkauft das junge Unternehmen 90 Anteilsscheine ├á 10 Euro, um ein Startkapital von 900 Euro zu bekommen. M├Âgliche K├Ąufer sind nicht nur Eltern und Lehrer, sondern z.B. auch der B├╝rgermeister oder der ├Ârtliche Landtagsabgeordnete.

 

Dann beginnt die Umsetzung der Gesch├Ąftsidee. Mit gro├čem Engagement beginnen die Sch├╝ler ihre neuen Positionen als Vorstandsvorsitzende, Marketingleiter oder Produktentwickler mit Leben zu f├╝llen. Kosten m├╝ssen also kalkuliert, Waren bestellt und Rechnungen geschrieben werden. Einmal im Monat werden Buchf├╝hrungsunterlagen erstellt, die man zur JUNIOR-Gesch├Ąftsstelle schickt. Von dort gibt es nicht nur ein sachkundiges Feedback, sondern auch Hilfe und Unterst├╝tzung w├Ąhrend der ganzen Projektlaufzeit. JUNIOR ist als schulische Veranstaltung anerkannt. Vollst├Ąndig angemeldete Teilnehmer sind w├Ąhrend des Projektes ├╝ber die Schule unfallversichert. Eine Betriebshaftpflichtversicherung sch├╝tzt zudem, falls im Unternehmen etwas schief geht. Vor Beginn der Sommerferien wird das Unternehmen aufgel├Âst, der Gewinn an die Anteilseigner verteilt und ein Teilnahmezertifikat ausgestellt.

JUNIOR: Die besten Ideen 2008

1. Platz: ┬╗image.bb┬ź

Mit der Entwicklung, Produktion und Vermarktung eines mehrsprachigen Imagefilms ├╝ber die Stadt B├Âblingen wurde die Sch├╝lerfirma des Otto-Hahn-Gymnasiums nicht nur erster im deutschen Wettbewerb, sondern sogar zu Europas bester Sch├╝lerfirma. 1.500 Exemplare der DVD, die sich unter anderem mit Geschichte, Kultur und Zukunft der Stadt besch├Ąftigt, haben die Sch├╝ler verkauft. Prominenteste Anteilseignerin ist ├╝brigens Bundeskanzlerin Angela Merkel.

 

2. Platz: ┬╗energy.counselling┬ź

Steigende Energiepreise waren der Hintergrund f├╝r die Gesch├Ąftsidee der JUNIOR-Firma der Gesamtschule Gedern. Gemeinsam entwickelten die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler ein Konzept zur Energieberatung und halfen ihren Kunden dabei effizienter mit Energie umzugehen. Mit ihrem Konzept ├╝berzeugten sie die Jury, die das Team beim Bundeswettbewerb mit einem Outdoor-Training belohnte.

 

3. Platz ┬╗PREducation┬ź

Die 16 Sch├╝ler des St├Ądtischen Gymnasiums Kerpen haben ein Buch entwickelt, mit dessen Hilfe vierj├Ąhrige Kindergartenkinder sich auf den Delfin-Test zur spielerischen Pr├╝fung der Sprachkompetenz und Schulf├Ąhigkeit vorbereiten k├Ânnen. Das mehrsprachig erh├Ąltliche Buch ┬╗Mit Lokomo auf Reisen┬ź wurde von Kinderg├Ąrten und auch in den Medien mit Begeisterung aufgenommen.

JUNIOR: Ein Erfolgsprojekt

Seit der Gr├╝ndung der ersten JUNIOR-Firma im Jahr 1994 haben sich mehr als 45.000 Sch├╝ler an dem Projekt beteiligt und ihre eigene Sch├╝lerfirma gegr├╝ndet. Durchschnittlich sind pro Team 13 Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler aktiv, die zwei bis vier Stunden w├Âchentlich in das Unternehmen investieren. Gut angelegt ist auch das Geld der Anteilseigner, denn manchmal gelingt es den JUNIOR-Unternehmen Renditen bis zu 300 Prozent zu erwirtschaften, die den Anteilseignern zu Gute kommt. Profitiert haben in erster Linie aber auch die Teilnehmer.

 

In einem Jahr haben sie nicht nur gelernt, wie ein Unternehmen funktioniert, sondern auch wertvolle Kontakte gekn├╝pft. Unterst├╝tzt von Schulpaten, Unternehmen, Verwaltung und Verb├Ąnden haben sie bewiesen, dass sie nicht nur gute Ideen haben, sondern auch die F├Ąhigkeit diese praktisch umzusetzen. Wer diese Softskills hat, verf├╝gt ├╝ber eine gute Grundlage f├╝r die Gr├╝ndung einer eigenen Firma nach der Schule oder dem Studium. Auch bei Bewerbungsverfahren achten die Personalabteilungen immer ├Âfter auf diese Kompetenzen.

 

Unternehmerische Kompetenz steht bisher in keinem Bundesland in dieser Form auf dem Lehrplan. Deshalb ist das JUNIOR-Projekt eine wichtige Erg├Ąnzung, die man auf keinen Fall verpassen sollte. Die n├Ąchste Runde des Projekts startet in allen Bundesl├Ąndern gleich nach den Sommerferien.

Kontakte f├╝r die weitere Recherche

DDR: JUNIOR-Projekt

www.juniorprojekt.de

 

Institut der deutschen Wirtschaft K├Âln

www.iwkoeln.de

 

Industrie- und Handelskammer

www.ihk.de

 

Gr├╝ndermagazin StartingUp

www.starting-up.de

 

Liste aktueller JUNIOR-Projekte

www.juniorprojekt.de/unternehmensuche.aspx

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